Cover-Illustration: Die Prinzessin auf der Erbse nach Franz Kafka. Kafkaeske Bürokratie, Matratzenstapel, Erbse.

Die Prinzessin auf der Erbse

Die Prinzessin auf der Erbse × Franz Kafka
Was geschieht, wenn die Suche nach der wahren Prinzessin zur kafkaesken Odyssee wird? Prinz K. findet sich in einem undurchdringlichen Labyrinth aus Formularen, sinnlosen Regeln und sich ständig ändernden Zuständigkeiten wieder, als er das "Amt für Prinzessinnenprüfung" betritt. Hier zählt nicht die Wirklichkeit, sondern nur das, was auf dem Papier steht – und selbst das ist unklar. Während die Zeit ihre Bedeutung verliert und die Hoffnung schwindet, muss K. erkennen, dass das System wichtiger ist als das, was es eigentlich bewirken soll. Eine junge Frau wartet seit drei Jahren auf ihre Anerkennung, und der berühmte Empfindsamkeitstest mit der Erbse wird zum absurden Ritual, das niemand zu bestehen scheint. Eine meisterhafte Neuerzählung des klassischen Märchens, die den Leser in eine Welt voller bürokratischer Absurdität und existenzialistischer Fragen entführt. Für alle, die ihre Märchen mit einer Prise Verzweiflung und einem Hauch von Systemkritik mögen.

Projektübersicht

Projekt: „Die Prinzessin auf der Erbse“ – Moderne Märchenadaption
Einsatzzweck: Literarische Kurzgeschichte mit gesellschaftskritischer Tiefe
Rolle: Autor & Literarischer Erzähler
Herausforderung: Das klassische Andersen-Märchen in eine zeitgenössische bürokratische Satire zu transformieren, die sowohl literarische Qualität als auch gesellschaftliche Relevanz vereint.

Literarisches Konzept

Die Geschichte nutzt kafkaeske Bürokratie als Metapher für gesellschaftliche Normprüfungen. Durch die Verschmelzung von Märchenelementen mit moderner Behördensatire entsteht eine vielschichtige Erzählung über Identität, Systemkritik und die Absurdität von Autorität.

Was dieses Projekt zeigt

  • Literarische Adaption: Klassische Stoffe zeitgemäß interpretieren
  • Satirische Schärfe: Gesellschaftskritik mit humorvoller Leichtigkeit
  • Symbolische Tiefe: Mehrschichtige Bedeutungsebenen
  • Zeitgenössische Relevanz: Aktuelle Themen in literarischer Form

Der surreale Matratzenturm im Behördenflur – Symbol für die absurde Bürokratie

Leseprobe: Die Prinzessin auf der Erbse

Kapitel 1: Das Amt für Prinzessinnenprüfung

Es war an einem Dienstag im November, als K. zum ersten Mal das Amt für Prinzessinnenprüfung betrat. Der Regen prasselte gegen die hohen, schmalen Fenster des Gebäudes, das sich in einer Seitengasse der Hauptstadt erhob, unscheinbar zwischen einem Hutgeschäft und einer Bäckerei eingeklemmt. Niemand hätte vermutet, dass sich hinter der schlichten Fassade eine der wichtigsten Institutionen des Königreichs verbarg.

K. war nicht freiwillig hier. Seine Mutter, die Königin, hatte ihm unmissverständlich klargemacht, dass die Zeit gekommen sei, eine Gemahlin zu finden. „Aber nicht irgendeine“, hatte sie gesagt, während sie nervös an ihrem Taschentuch zupfte. „Es muss eine echte Prinzessin sein. Das Gesetz verlangt es.“ Welches Gesetz das war, hatte sie nicht näher erläutert, und K. hatte auch nicht nachgefragt. In seinem Königreich gab es so viele Gesetze, dass niemand mehr den Überblick behielt.

Der Warteraum des Amtes war erfüllt von einem eigentümlichen Summen, das von den Neonröhren an der Decke ausging. Etwa zwanzig Personen saßen auf unbequemen Holzstühlen und warteten. Manche hielten Formulare in den Händen, andere starrten nur vor sich hin. Eine junge Frau in einem zerrissenen Kleid weinte leise in ein Taschentuch. Ein Mann mittleren Alters blätterte nervös in einem dicken Ordner.

K. trat an den Schalter, hinter dem eine Beamtin mit streng zurückgekämmtem Haar saß. Sie trug eine Brille mit dicken Gläsern und tippte unablässig auf einer alten Schreibmaschine. Als K. sich räusperte, blickte sie nicht auf.

„Ich bin Prinz K.“, sagte er. „Meine Mutter hat mich geschickt. Es geht um die Prüfung einer Prinzessin.“

Die Beamtin hörte auf zu tippen und sah ihn über ihre Brille hinweg an. „Haben Sie einen Termin?“

„Einen Termin? Nein, ich dachte…“

„Ohne Termin geht hier gar nichts.“ Sie griff nach einem Stempel und drückte ihn auf ein Formular. „Sie müssen zunächst einen Antrag auf Terminvergabe stellen. Formular 27-B. Das bekommen Sie am Schalter drei.“

K. blickte sich um. Es gab nur einen Schalter. „Wo ist Schalter drei?“

„Im zweiten Stock. Aber der ist dienstags geschlossen. Kommen Sie morgen wieder.“

„Morgen ist Mittwoch.“

„Mittwochs ist Schalter drei nur für Notfälle geöffnet. Ist es ein Notfall?“

K. überlegte. War es ein Notfall? Seine Mutter hatte gesagt, es sei dringend, aber was bedeutete dringend in diesem Zusammenhang? „Ich… ich weiß nicht.“

Die Beamtin seufzte. „Wenn Sie nicht wissen, ob es ein Notfall ist, dann ist es keiner. Kommen Sie donnerstags wieder. Donnerstags ist Schalter drei für allgemeine Anfragen geöffnet.“

„Und heute?“

„Heute ist Dienstag. Dienstags nehmen wir nur Beschwerden entgegen.“

„Dann möchte ich mich beschweren“, sagte K. spontan.

Die Beamtin zog eine Augenbraue hoch. „Worüber?“

„Über… über die Tatsache, dass ich keinen Termin bekommen kann.“

„Dafür müssen Sie Formular 15-C ausfüllen. Das bekommen Sie am Schalter fünf.“

„Wo ist Schalter fünf?“

„Den gibt es nicht mehr. Der wurde letzten Monat geschlossen. Sie können das Formular aber auch online herunterladen.“

„Haben Sie Internet?“

„Nein. Aber in der Stadtbibliothek gibt es Computer. Die ist allerdings dienstags geschlossen.“


Der kafkaeske Warteraum – Prinzessinnen in endloser Warteschleife

Kapitel 2: Der Warteraum des Absurden

K. spürte, wie sich ein Gefühl der Verzweiflung in ihm ausbreitete. Es war, als würde er in einem Labyrinth gefangen sein, dessen Wände sich ständig verschoben. „Gibt es denn gar keine Möglichkeit, heute etwas zu erreichen?“

Die Beamtin dachte nach. „Sie könnten sich in die Warteliste für die Warteliste eintragen lassen.“

„Die Warteliste für die Warteliste?“

„Ja. Wenn Sie auf der Warteliste für die Warteliste stehen, können Sie sich für die eigentliche Warteliste anmelden. Von dort aus können Sie dann einen Termin beantragen.“

K. nickte resigniert. „Gut. Wie mache ich das?“

„Formular 8-A. Das liegt dort drüben auf dem Tisch.“

K. ging zu dem angegebenen Tisch. Darauf lag ein einzelnes Blatt Papier, das so oft kopiert worden war, dass der Text kaum noch lesbar war. Er nahm es und kehrte zum Schalter zurück.

„Das ist Formular 8-B“, sagte die Beamtin, ohne aufzublicken.

„Sie sagten 8-A.“

„Nein, ich sagte 8-A. Das hier ist 8-B. 8-A liegt im Keller.“

„Wo ist der Keller?“

„Den Schlüssel hat Herr Müller. Aber der ist heute krank.“

K. setzte sich auf einen der unbequemen Stühle und starrte das unleserliche Formular an. Die junge Frau neben ihm hatte aufgehört zu weinen und blickte ihn mitleidig an.

„Sind Sie auch wegen einer Prinzessinnenprüfung hier?“, fragte sie leise.

K. nickte. „Und Sie?“

„Ich bin die Prinzessin“, sagte sie. „Oder ich glaube, ich bin eine. Aber das muss erst geprüft werden.“

„Wie lange warten Sie schon?“

„Drei Jahre.“

K. starrte sie an. „Drei Jahre?“

„Mein Fall ist kompliziert. Ich habe alle Dokumente, aber es gibt Zweifel an der Echtheit meiner Geburtsurkunde. Die wurde in einem Königreich ausgestellt, das es nicht mehr gibt. Jetzt muss erst geprüft werden, ob die Dokumente aus nicht mehr existierenden Königreichen gültig sind. Dafür ist aber eine andere Abteilung zuständig.“

„Welche Abteilung?“

„Das Amt für historische Rechtsfragen. Das ist im Nachbargebäude. Aber die haben meinen Fall an das Amt für genealogische Untersuchungen weitergeleitet. Und die haben ihn wieder hierher zurückgeschickt.“

K. fühlte sich plötzlich sehr müde. „Und was machen Sie jetzt?“

„Ich warte. Was soll ich sonst tun? Ohne die Bestätigung, dass ich eine echte Prinzessin bin, kann ich nicht heiraten. Und ohne zu heiraten, kann ich nicht beweisen, dass ich eine echte Prinzessin bin. Es ist ein Teufelskreis.“

Die Beamtin am Schalter klopfte mit ihrem Stempel auf die Tischplatte. „Ruhe bitte! Hier wird nicht geplaudert!“

K. und die junge Frau verstummten. Der Regen draußen wurde stärker, und das Summen der Neonröhren schien lauter zu werden. K. schloss die Augen und versuchte sich zu erinnern, wie alles angefangen hatte.

Es war vor einem Monat gewesen, an einem Abend, als ein heftiger Sturm über das Königreich hinweggefegt war. K. hatte in seinem Arbeitszimmer gesessen und Staatsangelegenheiten bearbeitet, als es an der Tür geklopft hatte. Draußen stand eine junge Frau, völlig durchnässt und zitternd vor Kälte. Sie behauptete, eine Prinzessin zu sein, die auf der Suche nach Unterschlupf war.

K.s Mutter hatte sofort Zweifel geäußert. „Eine echte Prinzessin“, hatte sie gesagt, „würde niemals so aussehen. Und außerdem, woher sollen wir wissen, dass sie die Wahrheit sagt? Jeder kann behaupten, eine Prinzessin zu sein.“

„Aber was sollen wir tun?“, hatte K. gefragt. „Sie draußen im Sturm stehen lassen?“

„Natürlich nicht. Wir geben ihr ein Zimmer für die Nacht. Aber morgen muss sie zum Amt für Prinzessinnenprüfung. Dort wird festgestellt, ob sie wirklich eine Prinzessin ist.“


K. hatte nicht gewusst, dass es ein solches Amt gab. „Wie prüfen die denn, ob jemand eine

Prinzessin ist?“

Seine Mutter hatte geheimnisvoll gelächelt. „Das ist ein altes Verfahren. Sehr zuverlässig. Es hat

mit Empfindsamkeit zu tun.“

Mehr hatte sie nicht gesagt, und K. hatte auch nicht weiter nachgefragt. Am nächsten Morgen war

die junge Frau verschwunden, ohne ein Wort zu hinterlassen. Aber seine Mutter hatte nicht

lockergelassen.

„Du musst heiraten“, hatte sie immer wieder gesagt. „Das Volk erwartet es. Und es muss eine echte

Prinzessin sein. Alles andere wäre ein Skandal.“

„Aber woher soll ich eine echte Prinzessin nehmen?“, hatte K. gefragt.

„Das ist nicht dein Problem. Das regelt das Amt für Prinzessinnenprüfung. Die haben Listen mit

allen geprüften und bestätigten Prinzessinnen. Du musst nur hingehen und eine auswählen.“

So einfach hatte es geklungen. Aber jetzt, hier in diesem düsteren Warteraum, begriff K., dass nichts

einfach war in diesem System. Alles war kompliziert, bürokratisch, absurd.

„Nummer 47!“, rief die Beamtin.

Ein alter Mann stand auf und ging zum Schalter. Er hielt ein dickes Bündel Papiere in der Hand.

„Ich habe alle Formulare ausgefüllt“, sagte er. „Meine Tochter möchte als Prinzessin anerkannt

werden.“

Die Beamtin blätterte durch die Papiere. „Hier fehlt die Bestätigung des Amtes für adelige

Abstammung.“

„Die habe ich beantragt. Aber die brauchen eine Bestätigung vom Amt für historische Genealogie.“

„Und die haben Sie?“

„Die brauchen eine Bestätigung vom Amt für Prinzessinnenprüfung.“

Die Beamtin seufzte. „Das sind wir. Aber wir können keine Bestätigung ausstellen, ohne die

Bestätigung des Amtes für adelige Abstammung.“

„Aber die können keine Bestätigung ausstellen, ohne Ihre Bestätigung.“

„Das ist nicht mein Problem. Nächster!“

Der alte Mann blieb stehen. „Aber was soll ich denn machen?“

„Das müssen Sie mit Ihrem Anwalt klären.“

„Ich habe keinen Anwalt.“

„Dann müssen Sie sich einen nehmen. Ohne Anwalt geht hier gar nichts.“

„Wo finde ich einen Anwalt?“

„Das steht im Telefonbuch.“

„Ich habe kein Telefonbuch.“

„Dann kaufen Sie sich eins.“

„Wo?“

„Im Buchhandel.“

„Welcher Buchhandel hat Telefonbücher?“

„Das weiß ich nicht. Ich bin nicht für Telefonbücher zuständig. Nächster!“

Der alte Mann ging verwirrt zurück zu seinem Platz. K. beobachtete das Geschehen mit

wachsendem Entsetzen. Es war, als würde er einem absurden Theaterstück beiwohnen, in dem alle

Schauspieler ihre Rollen perfekt beherrschten, aber das Stück selbst keinen Sinn ergab.

Die Stunden vergingen. Menschen kamen und gingen, aber niemand schien wirklich etwas zu

erreichen. Alle wurden mit neuen Formularen, neuen Anforderungen, neuen Unmöglichkeiten

konfrontiert. K. begann zu verstehen, warum die junge Frau neben ihm schon drei Jahre wartete.

Als es dämmerte, stand die Beamtin auf und hängte ein Schild an ihren Schalter: „Geschlossen“.

Dann verschwand sie durch eine Tür, die K. vorher nicht bemerkt hatte.

„Was passiert jetzt?“, fragte K. die junge Frau.

„Jetzt gehen wir nach Hause und kommen morgen wieder“, sagte sie. „Oder übermorgen. Oder

nächste Woche. Es spielt keine Rolle. Die Zeit hat hier keine Bedeutung.“

K. verließ das Gebäude mit einem Gefühl der völligen Verwirrung. Draußen war es dunkel

geworden, und der Regen hatte aufgehört. Die Straßen waren leer, nur hier und da huschte einSchatten vorbei. K. ging langsam nach Hause, aber seine Gedanken kreisten immer wieder um das,

was er erlebt hatte.

Zu Hause erwartete ihn seine Mutter. „Und?“, fragte sie. „Hast du eine Prinzessin gefunden?“

„Es ist kompliziert“, sagte K.

„Wieso kompliziert? Du gehst hin, suchst dir eine aus, fertig.“

„So einfach ist das nicht. Es gibt Formulare, Anträge, Wartelisten…“

Seine Mutter winkte ab. „Das sind nur Formalitäten. Das Wichtige ist der Test.“

„Welcher Test?“

„Der Empfindsamkeitstest. Das ist das Herzstück der ganzen Prüfung. Wenn eine Frau diesen Test

besteht, ist sie eine echte Prinzessin. Wenn nicht, dann nicht.“

„Wie funktioniert dieser Test?“

Seine Mutter lächelte geheimnisvoll. „Das erfährst du schon noch. Aber zuerst musst du eine

Kandidatin finden.“

K. ging in sein Zimmer und legte sich aufs Bett. Er starrte an die Decke und dachte nach. Irgendwo

in dieser Stadt gab es Frauen, die behaupteten, Prinzessinnen zu sein. Und irgendwo gab es ein

System, das entscheiden sollte, wer wirklich eine Prinzessin war und wer nicht. Aber dieses System

schien so kompliziert und widersprüchlich zu sein, dass niemand es wirklich verstand.

Was machte eine Prinzessin aus? War es die Geburt? Die Erziehung? Das Verhalten? Oder war es

etwas anderes, etwas Undefinierbares, das nur durch einen mysteriösen Test festgestellt werden

konnte?

K. schlief schlecht in dieser Nacht. Er träumte von endlosen Korridoren voller Türen, hinter denen

sich immer neue Büros verbargen. In seinem Traum suchte er nach etwas, aber er wusste nicht, was.

Und jedes Mal, wenn er glaubte, es gefunden zu haben, stellte sich heraus, dass er das falsche

Formular ausgefüllt oder die falsche Tür geöffnet hatte.

Am nächsten Morgen kehrte er zum Amt für Prinzessinnenprüfung zurück. Diesmal war der

Warteraum noch voller als am Tag zuvor. K. erkannte einige Gesichter vom Vortag wieder, aber es

waren auch viele neue da. Die junge Frau, die behauptete, eine Prinzessin zu sein, saß wieder auf

demselben Platz und starrte vor sich hin.

K. ging zum Schalter. Diesmal saß dort ein anderer Beamter, ein Mann mit Glatze und Schnurrbart.

„Ich war gestern hier“, sagte K. „Wegen der Prinzessinnenprüfung.“

Der Beamte blickte ihn ausdruckslos an. „Haben Sie einen Termin?“

„Nein, aber gestern sagte man mir, ich solle heute wiederkommen.“

„Wer hat Ihnen das gesagt?“

„Die Dame am Schalter.“

„Welche Dame?“

„Die, die gestern hier saß.“

„Gestern war niemand hier. Dienstags ist geschlossen.“

K. starrte ihn an. „Aber ich war gestern hier. Ich habe mit einer Beamtin gesprochen.“

„Das ist unmöglich. Dienstags ist geschlossen.“

„Aber heute ist Mittwoch.“

„Nein, heute ist Donnerstag.“

K. zog sein Handy hervor und blickte auf das Display. Tatsächlich, es war Donnerstag. Wie war das

möglich? Hatte er einen ganzen Tag verloren?

„Donnerstags“, sagte der Beamte, „nehmen wir nur Anträge auf Terminvergabe entgegen. Haben Sie

Formular 27-B?“

„Nein, das sollte ich am Schalter drei bekommen.“

„Schalter drei gibt es nicht mehr. Der wurde geschlossen.“

„Aber gestern sagte man mir…“

„Gestern war niemand hier“, wiederholte der Beamte. „Wenn Sie Formular 27-B brauchen, müssen

Sie es online herunterladen.“

„Haben Sie Internet?“

„Nein.“K. seufzte. „Wo kann ich es dann herunterladen?“

„In der Stadtbibliothek. Aber die ist donnerstags geschlossen.“

„Wann ist sie geöffnet?“

„Montags bis mittwochs. Aber montags nur für Mitglieder, dienstags nur für Studenten, mittwochs

nur für Rentner.“

„Ich bin keines von alledem.“

„Dann müssen Sie Mitglied werden.“

„Wie werde ich Mitglied?“

„Das müssen Sie in der Bibliothek beantragen.“

„Aber die ist geschlossen.“

„Dann müssen Sie warten, bis sie wieder öffnet.“

K. spürte, wie sich der Teufelskreis wieder schloss. Er setzte sich auf einen freien Stuhl und

versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Aber je mehr er nachdachte, desto verwirrender wurde

alles.

Die junge Frau neben ihm lächelte traurig. „Sie gewöhnen sich daran“, sagte sie leise.

„Woran?“

„An die Verwirrung. An das Gefühl, dass nichts einen Sinn ergibt. Nach einer Weile wird es

normal.“

„Aber das kann doch nicht normal sein“, protestierte K. „Es muss doch einen Weg geben, eine

einfache Lösung.“

„Das dachte ich auch. Am Anfang. Aber je länger ich hier bin, desto mehr verstehe ich, dass es nicht

um Lösungen geht. Es geht um das System selbst. Das System ist wichtiger als das, was es

eigentlich bewirken soll.“

K. blickte sie an. „Aber warum machen Sie dann weiter? Warum gehen Sie nicht einfach weg?“

„Wohin soll ich gehen? Ohne die Bestätigung, dass ich eine Prinzessin bin, bin ich nichts. Ich

existiere nicht. Zumindest nicht offiziell.“

„Aber Sie existieren doch. Sie sind hier, Sie sprechen mit mir.“

„Das ist nur eine Illusion. Wirklich existieren tue ich erst, wenn es ein Dokument gibt, das meine

Existenz bestätigt. Und dieses Dokument kann nur das Amt für Prinzessinnenprüfung ausstellen.“

K. schwieg. Er begann zu verstehen, dass er in eine Welt geraten war, die nach anderen Regeln

funktionierte als die, die er kannte. Hier zählte nicht die Realität, sondern nur das, was auf dem

Papier stand. Und das Papier wurde von Menschen kontrolliert, die selbst nicht zu verstehen

schienen, was sie taten.

Die Stunden vergingen. K. beobachtete, wie Menschen kamen und gingen, wie sie Formulare

ausfüllten und wieder weggeschickt wurden, wie sie warteten und hofften und verzweifelten. Es

war wie ein endloser Kreislauf, ein Ritual ohne Sinn und Zweck.

Am späten Nachmittag geschah etwas Unerwartetes. Die Tür zum Warteraum öffnete sich, und ein

Mann in einem teuren Anzug trat ein. Er ging direkt zum Schalter, ohne sich anzustellen oder ein

Formular zu nehmen.

„Ich bin Rechtsanwalt Dr. Weber“, sagte er zu dem Beamten. „Ich vertrete Prinzessin Anastasia von

Moldawien. Wir möchten den Empfindsamkeitstest beantragen.“

Der Beamte blickte auf. „Haben Sie einen Termin?“

„Nein, aber meine Mandantin ist eine anerkannte Prinzessin. Sie braucht keinen Termin.“

„Jeder braucht einen Termin.“

„Nicht nach Paragraph 15 der Verordnung über adelige Privilegien.“

Der Beamte zögerte. „Ich muss das mit meinem Vorgesetzten klären.“

„Tun Sie das.“

Der Beamte verschwand durch die geheimnisvolle Tür. Nach wenigen Minuten kam er zurück,

gefolgt von einer Frau in einem grauen Kostüm.

„Ich bin die Abteilungsleiterin“, sagte sie. „Was kann ich für Sie tun?“

„Meine Mandantin möchte den Empfindsamkeitstest absolvieren“, wiederholte der Anwalt.

„Ist sie hier?““Sie wartet draußen im Auto.“

„Dann soll sie hereinkommen.“

Der Anwalt ging zur Tür und winkte. Eine junge Frau in einem eleganten Kleid betrat den Raum.

Sie war wunderschön, mit langen blonden Haaren und blauen Augen. Sie bewegte sich mit einer

Anmut, die K. noch nie gesehen hatte.

„Das ist Prinzessin Anastasia“, sagte der Anwalt.

Die Abteilungsleiterin nickte. „Folgen Sie mir bitte.“

Die drei verschwanden durch eine andere Tür, die K. ebenfalls noch nicht bemerkt hatte. Im

Warteraum wurde es plötzlich sehr still. Alle starrten auf die Tür, durch die die Prinzessin

verschwunden war.

„Was passiert jetzt?“, flüsterte K. der jungen Frau neben ihm zu.

„Jetzt wird sie getestet“, antwortete sie. „Der Empfindsamkeitstest. Wenn sie ihn besteht, ist sie

offiziell eine echte Prinzessin.“

„Und wenn nicht?“

„Dann ist sie es nicht. Auch wenn sie vorher eine war.“

K. verstand nicht. „Wie kann jemand aufhören, eine Prinzessin zu sein?“

„Ganz einfach. Wenn das Amt sagt, dass sie keine ist, dann ist sie keine. Das Amt hat die Macht, die

Realität zu definieren.“

Eine Stunde verging. Dann öffnete sich die Tür wieder, und die Prinzessin kam heraus. Sie sah blass

aus und hielt sich an der Wand fest. Der Anwalt folgte ihr, und sein Gesicht war finster.

„Und?“, fragte jemand aus dem Warteraum.

Der Anwalt schüttelte den Kopf. „Sie hat den Test nicht bestanden.“

Ein Raunen ging durch den Raum. Die Prinzessin setzte sich auf einen Stuhl und begann zu weinen.

„Aber wie ist das möglich?“, fragte K. „Sie sieht aus wie eine Prinzessin, sie benimmt sich wie eine

Prinzessin…“

„Das reicht nicht“, sagte die junge Frau neben ihm. „Der Test ist unbestechlich. Er zeigt die

Wahrheit.“

„Was für ein Test ist das denn?“

„Das weiß niemand genau. Es ist ein Geheimnis des Amtes. Aber es hat etwas mit Empfindsamkeit

zu tun. Eine echte Prinzessin spürt Dinge, die andere nicht spüren.“

K. blickte zu der weinenden Frau hinüber. Wenn sie keine Prinzessin war, was war sie dann? Und

was bedeutete das für ihn? Würde er jemals eine echte Prinzessin finden?

Die Abteilungsleiterin trat wieder in den Warteraum. „Der Test ist für heute beendet“, verkündete

sie. „Morgen geht es weiter.“

„Wer ist morgen dran?“, fragte jemand.

„Das entscheidet sich spontan. Es kommt darauf an, wer die richtigen Papiere hat.“

„Welche Papiere?“

„Das steht in der Verordnung.“

„Welche Verordnung?“

„Die aktuelle.“

„Wo finde ich die?“

„Im Amtsblatt.“

„Wo bekomme ich das Amtsblatt?“

„Das müssen Sie abonnieren.“

„Wo?“

„Bei der Post.“

„Welche Post?“

„Das weiß ich nicht. Ich bin nicht für die Post zuständig.“

K. verließ das Gebäude mit einem Gefühl der völligen Hoffnungslosigkeit. Draußen war es wieder

dunkel geworden, und ein kalter Wind wehte durch die Straßen. Er ging langsam nach Hause, aber

seine Gedanken kreisten immer wieder um das, was er gesehen hatte.

Eine Prinzessin, die keine Prinzessin war. Ein Test, den niemand verstand. Ein System, das sichselbst zu verschlingen schien. Und irgendwo in diesem Chaos sollte er eine Frau finden, die er

heiraten konnte.

Zu Hause erwartete ihn wieder seine Mutter. „Und?“, fragte sie. „Fortschritte?“

„Ich habe gesehen, wie eine Prinzessin den Test nicht bestanden hat“, sagte K.

„Dann war sie keine echte Prinzessin.“

„Aber sie sah aus wie eine.“

„Das Aussehen täuscht. Der Test ist das Einzige, was zählt.“

„Was ist das für ein Test?“

Seine Mutter lächelte wieder geheimnisvoll. „Das ist ein altes Geheimnis. Es geht um die Erbse.“

„Die Erbse?“

„Eine getrocknete Erbse. Sie wird unter zwanzig Matratzen gelegt. Wenn die Kandidatin sie spürt,

ist sie eine echte Prinzessin. Wenn nicht, dann nicht.“

K. starrte seine Mutter an. „Das ist doch absurd. Niemand kann eine Erbse unter zwanzig Matratzen

spüren.“

„Eine echte Prinzessin kann es. Das ist das Geheimnis ihrer Empfindsamkeit.“

„Aber das ist doch physikalisch unmöglich.“

„Für gewöhnliche Menschen vielleicht. Aber Prinzessinnen sind nicht gewöhnlich.“

K. ging in sein Zimmer und setzte sich an den Schreibtisch. Er nahm ein Blatt Papier und begann zu

schreiben. Er wollte seine Gedanken ordnen, verstehen, was mit ihm geschah.

„Ich bin in eine Welt geraten“, schrieb er, „in der die Logik keine Gültigkeit hat. Hier entscheiden

nicht Vernunft oder Erfahrung, sondern mysteriöse Tests und unverständliche Bürokratie. Ich suche

nach einer Prinzessin, aber ich weiß nicht, was eine Prinzessin ist. Ich weiß nur, dass es ein Amt

gibt, das darüber entscheidet, wer eine ist und wer nicht. Und dieses Amt funktioniert nach Regeln,

die niemand versteht.“

Er hielt inne und blickte aus dem Fenster. Draußen war die Stadt in Dunkelheit gehüllt. Irgendwo

dort draußen warteten Frauen darauf, als Prinzessinnen anerkannt zu werden. Und irgendwo

warteten Männer wie er darauf, eine von ihnen zu heiraten.

Aber was, wenn das alles nur ein großer Irrtum war? Was, wenn es gar keine echten Prinzessinnen

gab? Was, wenn der ganze Test nur eine Erfindung war, um die Menschen zu beschäftigen, ihnen

das Gefühl zu geben, dass es etwas Höheres gab, etwas Unerreichbares?

K. legte den Stift weg und ging zu Bett. Aber wieder schlief er schlecht. Er träumte von Erbsen, die

unter Bergen von Matratzen vergraben waren. In seinem Traum suchte er nach ihnen, aber jedes

Mal, wenn er eine Matratze anhob, fand er darunter nur eine weitere Matratze.

Am nächsten Morgen – es war Freitag, wie er sorgfältig überprüfte – kehrte er zum Amt zurück.

Diesmal war der Warteraum fast leer. Nur die junge Frau, die behauptete, eine Prinzessin zu sein,

saß wieder auf ihrem Platz.

„Wo sind alle anderen?“, fragte K.

„Freitags ist nur für Notfälle geöffnet“, sagte sie. „Die meisten kommen nicht.“

„Und Sie?“

„Ich komme jeden Tag. Es ist mein Leben geworden.“

K. setzte sich neben sie. „Erzählen Sie mir von dem Test“, sagte er. „Was passiert da wirklich?“

Sie blickte ihn an. „Sie führen einen in einen Raum. Dort steht ein Bett mit zwanzig Matratzen.

Man muss sich darauflegen und schlafen. Am nächsten Morgen fragen sie, ob man etwas gespürt

hat.“

„Und?“

„Ich habe nie etwas gespürt. Das Bett ist weich und bequem. Ich schlafe gut darauf.“

„Und deshalb sind Sie keine Prinzessin?“

„So sagen sie.“

„Aber vielleicht haben sie die Erbse vergessen?“

Sie lächelte traurig. „Das habe ich auch gedacht. Aber sie sagen, die Erbse ist immer da. Eine echte

Prinzessin würde sie spüren.“

„Haben Sie schon mal jemanden gesehen, der den Test bestanden hat?““Nein. In drei Jahren nicht ein einziges Mal.“

K. dachte nach. „Vielleicht gibt es gar keine echten Prinzessinnen.“

„Das ist möglich. Aber das Amt behauptet das Gegenteil. Und wer sind wir, das Amt

anzuzweifeln?“

Am Schalter saß wieder die Beamtin vom ersten Tag. Sie tippte auf ihrer Schreibmaschine und

beachtete sie nicht.

„Entschuldigung“, sagte K. „Ich hätte eine Frage.“

Sie blickte auf. „Haben Sie einen Termin?“

„Nein, aber…“

„Ohne Termin keine Fragen.“

„Aber ich möchte nur wissen…“

„Regeln sind Regeln.“

K. seufzte. „Gut. Wie bekomme ich einen Termin?“

„Formular 27-B.“

„Wo bekomme ich das?“

„Online.“

„Wo?“

„Stadtbibliothek.“

„Die ist geschlossen.“

„Dann müssen Sie warten.“

„Bis wann?“

„Bis sie wieder öffnet.“

„Wann ist das?“

„Das weiß ich nicht. Ich bin nicht für die Bibliothek zuständig.“

K. stand auf und ging zur Tür. Aber dann drehte er sich noch einmal um.

„Eine Frage noch“, sagte er. „Hat schon mal jemand den Empfindsamkeitstest bestanden?“

Die Beamtin hörte auf zu tippen. „Das ist vertraulich.“

„Aber grundsätzlich ist es möglich?“

„Theoretisch ja.“

„Aber praktisch?“

„Das kann ich nicht sagen.“

„Warum nicht?“

„Weil es vertraulich ist.“

„Aber wenn es niemand weiß, wozu gibt es dann den Test?“

Die Beamtin starrte ihn an. „Das ist eine sehr gute Frage“, sagte sie schließlich. „Aber ich bin nicht

zuständig für gute Fragen.“

K. verließ das Gebäude und ging ziellos durch die Stadt. Er dachte an die junge Frau, die seit drei

Jahren wartete. Er dachte an die Prinzessin, die den Test nicht bestanden hatte. Er dachte an seine

Mutter, die darauf bestand, dass er eine echte Prinzessin heiraten müsse.

Und plötzlich kam ihm ein Gedanke. Was, wenn er selbst eine Prinzessin finden würde? Nicht im

Amt, sondern draußen, in der wirklichen Welt? Was, wenn er eine Frau träfe, die alle Eigenschaften

einer Prinzessin hatte, aber nie offiziell geprüft worden war?

Er beschloss, es zu versuchen. Er ging in die belebtesten Straßen der Stadt und sah sich um. Aber

wie erkannte man eine Prinzessin? An der Kleidung? Am Verhalten? An der Art, wie sie ging oder

sprach?

Nach Stunden des Suchens war er nicht klüger als vorher. Er hatte viele schöne Frauen gesehen,

aber keine, die ihm wie eine Prinzessin vorgekommen wäre. Oder vielleicht waren sie alle

Prinzessinnen, und er konnte es nur nicht erkennen?

Am Abend kehrte er nach Hause zurück, müde und entmutigt. Seine Mutter wartete schon auf ihn.

„Du siehst niedergeschlagen aus“, sagte sie.

„Ich verstehe das alles nicht“, sagte K. „Dieses ganze System, diese Tests, diese Bürokratie. Es

ergibt keinen Sinn.““Es muss auch keinen Sinn ergeben“, sagte seine Mutter. „Es muss nur funktionieren.“

„Aber es funktioniert doch nicht. Niemand besteht den Test.“

„Dann sind eben alle keine echten Prinzessinnen.“

„Aber das kann doch nicht sein.“

Seine Mutter zuckte mit den Schultern. „Warum nicht? Vielleicht sind echte Prinzessinnen sehr

selten geworden. Vielleicht gibt es sie gar nicht mehr.“

„Und was soll ich dann tun?“

„Weitersuchen. Oder aufgeben.“

„Aufgeben?“

„Du könntest eine gewöhnliche Frau heiraten. Das Volk würde es verstehen.“

K. schüttelte den Kopf. „Nein. Wenn ich schon heirate, dann eine echte Prinzessin. Aber ich werde

sie auf meine eigene Weise finden.“

Seine Mutter blickte ihn neugierig an. „Was hast du vor?“

„Ich werde den Test selbst durchführen.“

„Das kannst du nicht. Nur das Amt ist dazu berechtigt.“

„Wer sagt das?“

„Das Gesetz.“

„Welches Gesetz?“

Seine Mutter zögerte. „Das… das Gesetz über die Prinzessinnenprüfung.“

„Hast du es schon mal gelesen?“

„Nein, aber…“

„Dann woher weißt du, was drinsteht?“

Seine Mutter schwieg. K. sah, dass sie unsicher geworden war.

„Ich werde es versuchen“, sagte er. „Ich werde eine Frau finden, die bereit ist, den Test zu machen.

Und ich werde ihn selbst durchführen.“

„Aber wie willst du das machen? Du hast keine zwanzig Matratzen.“

„Dann kaufe ich welche.“

„Und die Erbse?“

„Die auch.“

Seine Mutter schüttelte den Kopf. „Das wird nicht funktionieren. Der Test muss offiziell sein, sonst

zählt er nicht.“

„Wer sagt das?“

„Das… das weiß jeder.“

„Aber woher weiß es jeder?“

Seine Mutter konnte nicht antworten. K. sah, dass auch sie nur das wiederholte, was sie irgendwo

gehört hatte, ohne es je hinterfragt zu haben.

In dieser Nacht konnte K. nicht schlafen. Er lag wach und dachte über alles nach, was er erlebt

hatte. Das Amt, die Bürokratie, die Tests, die Prinzessinnen, die keine waren. Alles schien

miteinander verwoben zu sein in einem Netz aus Regeln und Vorschriften, das niemand wirklich

verstand.

Aber vielleicht war das der Punkt. Vielleicht war das System nicht dazu da, Prinzessinnen zu finden,

sondern um die Menschen zu beschäftigen, ihnen das Gefühl zu geben, dass es wichtige Dinge gab,

um die sie sich kümmern mussten.

K. stand auf und ging zum Fenster. Draußen war die Stadt still und dunkel. Irgendwo dort draußen

schliefen Menschen, die davon träumten, Prinzessinnen zu sein oder welche zu finden. Und

irgendwo arbeiteten Beamte daran, diese Träume in Formulare und Anträge zu verwandeln.

Aber was, wenn er aus diesem System ausbrechen könnte? Was, wenn er seinen eigenen Weg finden

könnte?

Am nächsten Morgen ging K. nicht zum Amt. Stattdessen ging er in ein Möbelgeschäft und kaufte

zwanzig Matratzen. Der Verkäufer sah ihn verwundert an.

„Zwanzig Matratzen?“, fragte er. „Eröffnen Sie ein Hotel?“

„So etwas ähnliches“, sagte K.Dann ging er in ein Lebensmittelgeschäft und kaufte eine Packung getrocknete Erbsen. Die

Verkäuferin lächelte.

„Kochen Sie heute Erbsensuppe?“

„Nein“, sagte K. „Ich führe ein Experiment durch.“

Zu Hause stapelte er die Matratzen in seinem Schlafzimmer übereinander. Es war ein

beeindruckender Turm, der fast bis zur Decke reichte. Dann nahm er eine Erbse aus der Packung

und legte sie unter die unterste Matratze.

Seine Mutter beobachtete ihn kopfschüttelnd. „Was machst du da?“

„Ich bereite den Test vor.“

„Aber du bist doch kein Beamter.“

„Muss man Beamter sein, um eine Erbse unter Matratzen zu legen?“

Seine Mutter dachte nach. „Nein, aber…“

„Dann ist es in Ordnung.“

K. betrachtete sein Werk. Das Bett sah genauso aus, wie er es sich vorgestellt hatte. Jetzt brauchte er

nur noch eine Kandidatin.

Er ging wieder in die Stadt, aber diesmal suchte er nicht nach einer Prinzessin. Er suchte nach einer

Frau, die bereit wäre, an seinem Experiment teilzunehmen.

In einem Café sprach er eine junge Kellnerin an. „Entschuldigung“, sagte er. „Hätten Sie Lust, an

einem Test teilzunehmen?“

Sie sah ihn misstrauisch an. „Was für ein Test?“

„Ein Empfindsamkeitstest. Sie müssten nur eine Nacht in einem besonderen Bett schlafen.“

„Sind Sie verrückt?“, sagte sie und ging weg.

K. versuchte es bei anderen Frauen, aber alle reagierten ähnlich. Niemand wollte mit einem

Fremden in dessen Haus gehen und in seinem Bett schlafen.

Schließlich kam ihm eine Idee. Er ging zurück zum Amt für Prinzessinnenprüfung. Die junge Frau,

die behauptete, eine Prinzessin zu sein, saß wieder auf ihrem Platz.

„Haben Sie Lust auf ein Experiment?“, fragte er sie.

Sie blickte ihn an. „Was für ein Experiment?“

„Ich habe zu Hause ein Bett mit zwanzig Matratzen aufgebaut. Und eine Erbse darunter gelegt.

Genau wie beim offiziellen Test.“

„Und?“

„Ich würde gerne wissen, ob Sie die Erbse spüren.“

Sie dachte nach. „Aber das wäre nicht offiziell.“

„Nein. Aber es wäre ein Test.“

„Und was würde es beweisen?“

„Vielleicht nichts. Oder vielleicht alles.“

Sie stand auf. „Gut. Ich mache mit. Ich habe sowieso nichts zu verlieren.“

Sie gingen zusammen zu K.s Haus. Seine Mutter war nicht da, was K. erleichterte. Er führte die

junge Frau in sein Schlafzimmer und zeigte ihr das Bett.

„Mein Gott“, sagte sie. „Das ist ja noch höher als im Amt.“

„Ist das ein Problem?“

„Nein. Ich bin es gewohnt.“

Sie kletterte auf das Bett und legte sich hin. „Es ist sehr weich“, sagte sie.

„Spüren Sie etwas?“

„Nein. Nichts.“

K. gab ihr eine Decke. „Versuchen Sie zu schlafen. Morgen früh sagen Sie mir, ob Sie etwas gespürt

haben.“

„Und wo schlafen Sie?“

„Auf dem Sofa im Wohnzimmer.“

Sie nickte. „Gute Nacht.“

„Gute Nacht.“

K. ging ins Wohnzimmer und legte sich auf das Sofa. Aber er konnte nicht schlafen. Er lauschte aufdie Geräusche aus seinem Schlafzimmer. Hin und wieder hörte er die Frau sich bewegen, aber

meistens war es still.

Was würde passieren, wenn sie die Erbse spürte? Würde das beweisen, dass sie eine echte

Prinzessin war? Oder würde es nur beweisen, dass der Test funktionierte?

Und was, wenn sie nichts spürte? Würde das bedeuten, dass sie keine Prinzessin war? Oder dass der

Test unsinnig war?

K. dachte an all die Frauen, die den offiziellen Test nicht bestanden hatten. Waren sie wirklich keine

Prinzessinnen? Oder war das System einfach so konstruiert, dass niemand bestehen konnte?

Am Morgen klopfte er an die Schlafzimmertür. „Sind Sie wach?“

„Ja“, kam die Antwort.

Er öffnete die Tür. Die junge Frau saß auf dem Bett und rieb sich die Augen.

„Wie haben Sie geschlafen?“, fragte er.

„Gut“, sagte sie. „Sehr gut sogar.“

„Haben Sie etwas gespürt?“

Sie dachte nach. „Nein. Das Bett war weich und bequem. Ich habe nichts gespürt.“

K. nickte. Es war das Ergebnis, das er erwartet hatte. „Danke“, sagte er. „Das war sehr hilfreich.“

„Aber ich bin immer noch keine Prinzessin“, sagte sie traurig.

„Woher wissen Sie das?“

„Weil ich die Erbse nicht gespürt habe.“

„Aber vielleicht war keine da.“

Sie sah ihn überrascht an. „Wie meinen Sie das?“

K. ging zu dem Matratzenstapel und begann, die obersten Matratzen herunterzunehmen. Es war

schwere Arbeit, aber schließlich erreichte er die unterste. Er hob sie an und suchte nach der Erbse.

Sie war nicht da.

„Das ist seltsam“, sagte er. „Ich war sicher, dass ich eine hingelegt hatte.“

Die junge Frau kam näher. „Vielleicht ist sie weggerollt?“

Sie suchten gemeinsam den ganzen Raum ab, aber sie fanden keine Erbse.

„Das ist merkwürdig“, sagte K. „Ich erinnere mich genau daran, dass ich eine hingelegt habe.“

„Vielleicht haben Sie es nur geträumt?“

K. schüttelte den Kopf. „Nein, ich bin sicher.“

Plötzlich kam ihm ein Gedanke. Er ging in die Küche und holte die Packung mit den getrockneten

Erbsen. Sie war leer.

„Das ist unmöglich“, murmelte er. „Gestern waren noch welche drin.“

Die junge Frau folgte ihm in die Küche. „Vielleicht hat jemand sie genommen?“

„Wer sollte das tun?“

In diesem Moment hörten sie die Haustür. K.s Mutter kam herein.

„Guten Morgen“, sagte sie fröhlich. „Wie ist der Test verlaufen?“

K. starrte sie an. „Waren Sie hier, während wir geschlafen haben?“

„Ich bin nur kurz vorbeigekommen, um nach dem Rechten zu sehen.“

„Haben Sie die Erbse weggenommen?“

Seine Mutter lächelte. „Welche Erbse?“

„Die, die ich unter die Matratzen gelegt hatte.“

„Ach die. Ja, die habe ich weggenommen.“

„Warum?“

„Weil der Test nicht offiziell war. Nur das Amt darf den Empfindsamkeitstest durchführen.“

K. fühlte sich, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen. „Aber… aber das ergibt doch

keinen Sinn.“

„Es muss auch keinen Sinn ergeben. Es sind die Regeln.“

Die junge Frau sah zwischen K. und seiner Mutter hin und her. „Bedeutet das, dass ich doch eine

Prinzessin sein könnte?“

„Das kann nur das Amt entscheiden“, sagte K.s Mutter.

„Aber das Amt sagt, ich sei keine.““Dann sind Sie keine.“

„Aber wenn der Test nicht richtig durchgeführt wurde…“

„Der Test wird immer richtig durchgeführt. Das Amt macht keine Fehler.“

K. setzte sich auf einen Stuhl. Er fühlte sich völlig verwirrt. „Ich verstehe das nicht“, sagte er.

„Wenn das Amt keine Fehler macht, warum besteht dann niemand den Test?“

„Weil es keine echten Prinzessinnen gibt“, sagte seine Mutter.

„Aber warum gibt es dann den Test?“

„Für den Fall, dass doch mal eine auftaucht.“

„Aber wenn keine auftaucht, wozu ist der Test dann da?“

Seine Mutter zuckte mit den Schultern. „Das ist nicht mein Problem. Ich bin nicht für den Test

zuständig.“

K. blickte die junge Frau an. Sie sah aus, als würde sie gleich wieder anfangen zu weinen.

„Es tut mir leid“, sagte er zu ihr. „Ich dachte, ich könnte helfen.“

„Das haben Sie auch“, sagte sie. „Sie haben mir gezeigt, dass es nicht nur mir so geht. Dass das

ganze System verrückt ist.“

„Aber was nützt uns das?“

„Vielleicht nichts. Aber wenigstens wissen wir es jetzt.“

Sie verließ das Haus, und K. blieb mit seiner Mutter allein zurück.

„Du musst das verstehen“, sagte sie. „Es gibt Dinge, die größer sind als wir. Das System existiert,

und wir müssen uns daran halten.“

„Aber das System funktioniert nicht.“

„Es funktioniert perfekt. Es tut genau das, wofür es geschaffen wurde.“

„Und was ist das?“

„Es hält die Ordnung aufrecht. Es sorgt dafür, dass jeder seinen Platz kennt.“

K. ging in sein Schlafzimmer und betrachtete den Stapel Matratzen. Zwanzig Matratzen für eine

Erbse, die nicht da war. Ein Test für Prinzessinnen, die es nicht gab. Ein System für ein Problem,

das vielleicht gar nicht existierte.

Er begann, die Matratzen wieder abzubauen. Es war mühsame Arbeit, aber sie gab ihm Zeit zum

Nachdenken. Was war eine Prinzessin? War es jemand, der eine Erbse unter zwanzig Matratzen

spüren konnte? Oder war es jemand, der sich wie eine Prinzessin verhielt, unabhängig von

irgendwelchen Tests?

Und was war mit ihm selbst? War er ein Prinz, nur weil er als solcher geboren worden war? Oder

musste auch er sich irgendwelchen Tests unterziehen?

Als er die letzte Matratze weggeräumt hatte, fühlte er sich seltsam erleichtert. Der Raum sah wieder

normal aus, wie ein gewöhnliches Schlafzimmer. Keine Spur mehr von dem absurden Experiment.

Aber die Fragen blieben. Sie würden ihn verfolgen, wo immer er hinging.

Am nächsten Tag kehrte K. ein letztes Mal zum Amt für Prinzessinnenprüfung zurück. Er wollte der

jungen Frau sagen, dass er aufgab, dass er keine Prinzessin mehr suchte.

Aber sie war nicht da. Ihr Platz war leer.

„Wo ist die junge Dame, die hier immer gesessen hat?“, fragte er die Beamtin am Schalter.

„Welche junge Dame?“

„Die, die behauptet hat, eine Prinzessin zu sein.“

„Hier behaupten viele, Prinzessinnen zu sein.“

„Sie war drei Jahre lang hier. Jeden Tag.“

Die Beamtin zuckte mit den Schultern. „Ich kenne keine solche Person.“

„Aber sie war doch hier. Ich habe mit ihr gesprochen.“

„Das ist möglich. Aber ich führe keine Liste über die Wartenden.“

„Aber wo ist sie hin?“

„Das weiß ich nicht. Vielleicht hat sie aufgegeben.“

K. setzte sich auf den Stuhl, auf dem die junge Frau immer gesessen hatte. Er war noch warm, als

hätte sie ihn gerade erst verlassen.

„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte die Beamtin.“Ich suche eine Prinzessin“, sagte K.

„Haben Sie einen Termin?“

„Nein.“

„Dann kann ich Ihnen nicht helfen.“

„Aber ich bin Prinz K. Meine Mutter ist die Königin.“

„Das mag sein. Aber ohne Termin geht hier nichts.“

K. stand auf und ging zur Tür. Aber dann drehte er sich noch einmal um.

„Eine letzte Frage“, sagte er. „Gibt es wirklich echte Prinzessinnen?“

Die Beamtin hörte auf zu tippen und sah ihn an. Für einen Moment schien sie zu zögern.

„Das“, sagte sie schließlich, „ist die falsche Frage.“

„Was ist denn die richtige Frage?“

„Die richtige Frage ist: Spielt es eine Rolle?“

K. verließ das Gebäude und ging langsam nach Hause. Die Worte der Beamtin hallten in seinem

Kopf wider. Spielt es eine Rolle? Was bedeutete das?

Vielleicht bedeutete es, dass es gar nicht darauf ankam, ob jemand eine echte Prinzessin war oder

nicht. Vielleicht kam es nur darauf an, dass das System existierte, dass es Menschen gab, die daran

glaubten, dass es wichtig war.

Oder vielleicht bedeutete es etwas ganz anderes. Vielleicht bedeutete es, dass die Wahrheit

unwichtig war, solange die Bürokratie funktionierte.

K. wusste es nicht. Und je mehr er darüber nachdachte, desto weniger verstand er.

Zu Hause erwartete ihn seine Mutter. „Und?“, fragte sie. „Hast du eine Entscheidung getroffen?“

„Ja“, sagte K. „Ich werde nicht heiraten.“

„Aber das geht nicht. Das Volk erwartet es.“

„Dann muss das Volk enttäuscht werden.“

„Aber warum?“

K. setzte sich und blickte seine Mutter an. „Weil ich keine echte Prinzessin finden kann. Und weil

ich nicht sicher bin, ob es sie überhaupt gibt.“

„Natürlich gibt es sie. Das Amt sagt es.“

„Das Amt sagt vieles. Aber es beweist nichts.“

Seine Mutter schwieg. K. sah, dass sie nachdachte.

„Vielleicht“, sagte sie schließlich, „ist das der Punkt.“

„Was meinen Sie?“

„Vielleicht geht es gar nicht darum, eine echte Prinzessin zu finden. Vielleicht geht es darum, zu

suchen.“

K. verstand nicht. „Wie meinen Sie das?“

„Die Suche selbst ist wichtig. Sie hält uns beschäftigt, sie gibt unserem Leben einen Sinn. Ob wir

finden, was wir suchen, ist zweitrangig.“

„Aber das ist doch absurd.“

„Ist es das? Denk doch mal nach. Was hättest du getan, wenn es das Amt nicht gegeben hätte? Wenn

es keine Tests gegeben hätte, keine Bürokratie, keine Prinzessinnen zu suchen?“

K. dachte nach. „Ich hätte… ich hätte einfach eine Frau geheiratet, die mir gefällt.“

„Und wäre das besser gewesen?“

„Ich weiß es nicht.“

„Siehst du? Die Suche hat dir etwas gegeben, was du sonst nicht gehabt hättest. Sie hat dich zum

Nachdenken gebracht, sie hat dich Fragen stellen lassen.“

K. schwieg. Seine Mutter hatte recht, aber er wusste nicht, ob das gut oder schlecht war.

„Und was soll ich jetzt tun?“, fragte er.

„Das musst du selbst entscheiden. Du kannst weitersuchen, oder du kannst aufgeben. Beides ist in

Ordnung.“

K. ging in sein Zimmer und setzte sich an den Schreibtisch. Er nahm wieder das Blatt Papier zur

Hand, auf das er schon einmal geschrieben hatte.

„Ich habe gelernt“, schrieb er, „dass es Fragen gibt, die keine Antworten haben. Oder derenAntworten unwichtig sind. Die Frage nach der echten Prinzessin ist eine solche Frage. Es spielt

keine Rolle, ob es sie gibt oder nicht. Es spielt nur eine Rolle, dass wir sie suchen.“

Er hielt inne und dachte nach. War das wirklich die Wahrheit? Oder war es nur eine weitere Illusion,

ein weiterer Versuch, dem Absurden einen Sinn zu geben?

Er wusste es nicht. Und vielleicht war das die wichtigste Erkenntnis von allen: dass es Dinge gab,

die man nicht wissen konnte, nicht verstehen konnte, nicht erklären konnte.

Die Erbse unter den zwanzig Matratzen war ein Symbol für all das, was unerreichbar war, was sich

der Logik entzog, was trotzdem wichtig schien. Sie war da und nicht da zugleich, real und irreal,

bedeutsam und bedeutungslos.

K. legte den Stift weg und blickte aus dem Fenster. Draußen ging das Leben weiter. Menschen

gingen zur Arbeit, Kinder spielten auf der Straße, Autos fuhren vorbei. Die Welt funktionierte, auch

ohne echte Prinzessinnen, auch ohne perfekte Tests, auch ohne Antworten auf alle Fragen.

Vielleicht war das genug. Vielleicht war das alles, was man erwarten konnte.

K. stand auf und ging zur Tür. Er wusste nicht, wohin er gehen würde, aber er wusste, dass er gehen

musste. Die Suche war noch nicht vorbei, auch wenn er nicht mehr wusste, wonach er suchte.

Draußen wartete die Welt auf ihn, mit all ihren Rätseln und Widersprüchen, mit all ihren Ämtern

und Formularen, mit all ihren Prinzessinnen, die keine waren, und Prinzen, die nicht wussten, was

sie waren.

Und irgendwo, in einem Amt oder einem Traum oder einer Geschichte, lag eine kleine getrocknete

Erbse unter zwanzig Matratzen und wartete darauf, gespürt zu werden von jemandem, der

empfindsam genug war, ihre Anwesenheit zu bemerken.

Aber vielleicht war das gar nicht der Punkt. Vielleicht war der Punkt, dass es Menschen gab, die

bereit waren, zwanzig Matratzen zu durchsuchen, nur um herauszufinden, ob die Erbse wirklich da

war.

Und vielleicht war das genug.

Ende



Die Erbse auf Aktenordnern – Symbol für die Absurdität bürokratischer Systeme

Literarische Highlights

🎭 Beste satirische Passage

„Dann müssen Sie sich in die Warteliste für die Warteliste eintragen lassen. Wenn Sie auf der Warteliste für die Warteliste stehen, können Sie sich für die eigentliche Warteliste anmelden.“

🌟 Zentrale Erkenntnis

„Vielleicht war das System nicht dazu da, Prinzessinnen zu finden, sondern um die Menschen zu beschäftigen, ihnen das Gefühl zu geben, dass es wichtige Dinge gab, um die sie sich kümmern mussten.“

📖 Poetischer Höhepunkt

„Die Erbse unter den zwanzig Matratzen war ein Symbol für all das, was unerreichbar war, was sich der Logik entzog, was trotzdem wichtig schien.“


Projekt-Details

DetailInformation
KategorieCREATIVE WRITING – Literarische Prosa & Kurzgeschichten
TonalitätSatirisch-kafkaesk, gesellschaftskritisch, absurd
Umfang14 Seiten (vollständige Kurzgeschichte)
GenreModerne Märchenadaption, Literarische Satire
ThemaBürokratie, Identität, Systemkritik, Normen
ZielgruppeLiteraturmagazine, Satire-Begeisterte, Märchen-Leser
BesonderheitZeitgemäße Interpretation klassischer Stoffe

Was diese Kurzgeschichte demonstriert

„Die Prinzessin auf der Erbse“ zeigt meine Fähigkeit, klassische Märchenmotive in zeitgenössische Gesellschaftskritik zu transformieren und dabei literarische Eleganz mit satirischer Schärfe zu verbinden.

Literarische Kernkompetenzen

  • Stoff-Adaption: Klassische Motive zeitgemäß interpretieren
  • Satirische Präzision: Gesellschaftskritik mit humorvollem Blick
  • Symbolische Ebene: Mehrschichtige Erzählstruktur
  • Zeitgenössische Relevanz: Aktuelle Themen literarisch verarbeiten

Interesse an literarischen Adaptionen?

Klassische Stoffe in zeitgenössische Erzählungen zu verwandeln erfordert sowohl Respekt vor der Vorlage als auch Mut zur Neuinterpretation. Ich entwickle literarische Texte, die Tradition und Moderne verbinden.

Kontaktieren Sie mich für:

  • Literarische Adaptionen klassischer Stoffe
  • Satirische Erzählungen mit Tiefgang
  • Gesellschaftskritische Prosa
  • Anspruchsvolle Content-Entwicklung für Medien

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