Gründungsmythos und heilige Schriften
Verfasst von Barry Thalé
Projektübersicht
Projekt: „Gründungsmythos – Orden der Mittagspause“ – Literarische Satire
Einsatzzweck: Humorvolle Unterhaltung mit sozialkritischer Tiefe
Rolle: Satiriker & Kreativer Autor
Herausforderung: Eine bissig-humorvolle Parodie auf religiöse Gründungsmythen zu schaffen, die sowohl unterhält als auch subtil zeitgenössische Arbeitskultur kritisiert.
Literarisches Konzept
Die Geschichte nutzt die Form des heiligen Textes, um die Absurdität von Bürokratie und Corporate Culture auf humorvolle Weise zu entlarven. Durch die Überhöhung der alltäglichen Mittagspause zum religiösen Ritual entsteht eine vielschichtige Satire über moderne Arbeitswelten.
Was dieses Projekt zeigt
•Satirische Präzision: Gesellschaftskritik mit humorvollem Blick
•Genre-Parodie: Perfekte Imitation religiöser Texte
•Kreative Überhöhung: Alltägliches ins Absurde steigern
•Sozialer Kommentar: Zeitkritik in unterhaltsamer Form
Projekt-Details
| Detail | Information |
| Kategorie | CREATIVE WRITING – Satire & Humor |
| Tonalität | Bissig-humorvoll, parodistisch, gesellschaftskritisch |
| Umfang | 8 Kapitel + Prolog/Epilog (vollständige Satire) |
| Genre | Literarische Satire, Parodie, Gesellschaftskritik |
| Thema | Arbeitskultur, Bürokratie, Corporate Satire |
| Zielgruppe | Humormagazine, Satire-Leser, Arbeitskultur-Kritiker |
| Besonderheit | Religiöse Textformen parodiert |
Leseprobe: Satirische Highlights
Prolog: Die Offenbarung des Großen Pausenbrotes
In den Tagen, da die Welt noch jung war und die Menschen nicht wussten um die heilige Kraft der Mittagspause, herrschte große Finsternis über das Land der Arbeitenden. Die Menschen schufteten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, ohne Rast, ohne Besinnung, ohne die erlösende Kraft des Pausenbrotes zu kennen. Ihre Seelen verdorrten wie Sandwiches, die zu lange in der Sonne lagen, und ihre Herzen wurden hart wie abgestandene Semmeln.
Es war in jenen dunklen Zeiten, als der Erwählte erschien: Maximilian von Pausenstein, ein einfacher Büroangestellter aus der Provinz Mittelhessen, geboren im Jahre des Herrn 1987, zur Stunde des großen Mittagsläutens. Schon als Kind zeigte er außergewöhnliche Gaben: Während andere Kinder beim Schulessen hastig ihre Brote verschlangen, aß er langsam und bedächtig, als würde er jeden Bissen einer höheren Macht weihen. Seine Mutter, eine fromme Kantinenkraft, erkannte früh die Zeichen und sprach: „Dieser Knabe ist auserwählt, den Menschen die wahre Bedeutung der Mittagspause zu bringen.“

Kapitel I: Die große Erleuchtung im Pausenraum
Es geschah an einem Dienstag im März, zur elften Stunde und dreiundfünfzig Minuten, als Maximilian von Pausenstein in der Kantine seines Arbeitgebers, der ehrwürdigen Firma „Müller & Söhne GmbH – Büroklammern seit 1923“, seine gewohnte Mittagspause einnahm. Er hatte sich, wie jeden Tag, ein bescheidenes Butterbrot mit Leberwurst zubereitet, dazu eine Thermoskanne mit Kaffee und einen Apfel der Sorte Golden Delicious.
Doch an diesem schicksalhaften Tag war alles anders. Als Maximilian den ersten Bissen seines Brotes nahm, durchfuhr ihn plötzlich eine Erkenntnis von solcher Gewalt, dass er beinahe von seinem Plastikstühlchen gefallen wäre. Ein gleißendes Licht erfüllte den tristen Pausenraum, und eine Stimme, mächtig wie das Summen der Mikrowelle, sprach zu ihm:
„Maximilian, mein auserwählter Diener! Ich bin es, der Große Pausengeist, Herrscher über alle Mittagspausen, Beschützer der Butterbrotdosen und Wächter der heiligen Kaffeepause. Zu lange haben die Menschen die wahre Bedeutung der Mittagspause verkannt. Sie essen hastig, sie arbeiten durch, sie kennen nicht die erlösende Kraft der bewussten Nahrungsaufnahme zur Mittagsstunde. Du aber sollst mein Prophet sein und den Menschen die Wahrheit bringen!“
Maximilian, obwohl zutiefst erschüttert, fasste sich ein Herz und sprach: „Herr, ich bin nur ein einfacher Sachbearbeiter für Büroklammern. Wie soll ich, der ich nicht einmal eine Führungsposition innehabe, den Menschen deine Botschaft bringen?“ Da antwortete der Große Pausengeist: „Gerade weil du einfach bist, wirst du verstanden werden. Denn die Mittagspause ist das Einfachste und zugleich das Heiligste auf Erden. Gehe hin und verkünde die Frohe Botschaft der immerwährenden Mittagspause!“
Kapitel II: Die ersten Jünger und die Gründung des Ordens
Erfüllt von der göttlichen Vision, begann Maximilian von Pausenstein noch am selben Tag mit seiner Mission. Zunächst wandte er sich an seine Kollegen in der Buchhaltung, doch diese lachten ihn aus und nannten ihn einen Träumer. „Maximilian“, sprachen sie, „du redest wirres Zeug. Eine Mittagspause ist eine Mittagspause, nicht mehr und nicht weniger. Iss dein Brot und kehre an deinen Arbeitsplatz zurück.“
Doch Maximilian ließ sich nicht entmutigen. Er suchte nach Gleichgesinnten und fand sie zunächst in der Person der Sekretärin Brunhilde Suppenkasper, einer Frau von fünfzig Jahren, die schon lange gespürt hatte, dass in der Mittagspause mehr lag als nur die bloße Nahrungsaufnahme. Als Maximilian ihr von seiner Vision erzählte, erkannte sie sofort die Wahrheit seiner Worte.
„Ja“, sprach sie mit tränenerstickter Stimme, „auch ich habe es gespürt! Wenn ich zur Mittagszeit mein Käsebrot esse, durchströmt mich ein Gefühl des Friedens, als würde ich mit dem Universum eins werden. Ich dachte immer, ich wäre verrückt, aber nun erkenne ich: Es war der Große Pausengeist, der zu mir sprach!“
Bald gesellte sich zu ihnen der Hausmeister Günther Kaffeefilter, ein Mann von tiefer Spiritualität, der schon seit Jahren die Geheimnisse der Kaffeezubereitung studierte. Er brachte wertvolles Wissen über die mystischen Eigenschaften verschiedener Kaffeesorten mit und wurde zum ersten Hüter der heiligen Kaffeemaschine ernannt.
Als vierter im Bunde stieß der junge Praktikant Kevin Pausenbrot zu ihnen, ein Suchender, der in der Mittagspause die Antwort auf alle Fragen des Lebens zu finden hoffte. Obwohl er erst neunzehn Jahre alt war, zeigte er bereits eine außergewöhnliche Begabung für die Meditation über Wurstbroten.
Diese vier Auserwählten trafen sich fortan jeden Tag zur heiligen Mittagsstunde im Pausenraum und entwickelten die ersten Rituale und Lehren des Ordens. Sie nannten sich „Die Jünger der immerwährenden Mittagspause“ und schworen einen heiligen Eid, niemals ihre Mittagspause zu verkürzen oder gar ausfallen zu lassen.
Kapitel III: Die heiligen Lehren und die fünf Säulen der Mittagspause
In den folgenden Wochen empfing Maximilian von Pausenstein weitere Offenbarungen des Großen Pausengeistes. Diese wurden sorgfältig niedergeschrieben und bildeten das Fundament der heiligen Lehre. Die wichtigsten Erkenntnisse wurden in den „Fünf Säulen der Mittagspause“ zusammengefasst:
Die Erste Säule: Das Gebot der heiligen Stunde „Zur zwölften Stunde eines jeden Tages, wenn die Sonne am höchsten steht, soll der Gläubige seine Arbeit ruhen lassen und sich der Mittagspause hingeben. Denn wie die Sonne am Mittag ihre größte Kraft entfaltet, so soll auch der Mensch in der Mittagspause zu sich selbst finden. Wer seine Mittagspause verkürzt oder gar ausfallen lässt, versündigt sich gegen den Großen Pausengeist und wird mit ewiger Müdigkeit bestraft.“
Die Zweite Säule: Das Sakrament des Pausenbrotes „Das Brot, das zur Mittagszeit gegessen wird, ist nicht gewöhnliches Brot, sondern heiliges Pausenbrot, gesegnet vom Großen Pausengeist. Jeder Bissen soll bewusst und in Dankbarkeit genommen werden. Das Pausenbrot soll mit Liebe zubereitet und in Ruhe verzehrt werden. Wer sein Pausenbrot hastig verschlingt oder gar am Arbeitsplatz isst, entweiht das Sakrament.“
Die Dritte Säule: Die Gemeinschaft der Pausierenden „Die Mittagspause soll nicht in Einsamkeit verbracht werden, sondern in der Gemeinschaft der Gläubigen. Denn wo zwei oder drei in der Mittagspause versammelt sind, da ist der Große Pausengeist mitten unter ihnen. Die Gespräche während der Mittagspause sollen friedlich und erbaulich sein, frei von Arbeitsstress und negativen Gedanken.“
Die Vierte Säule: Das Ritual der Kaffeeweihe „Der Kaffee, der zur Mittagspause getrunken wird, ist mehr als nur ein Getränk – er ist das Elixier der Erleuchtung. Jede Tasse Kaffee soll mit der gebührenden Ehrfurcht zubereitet und getrunken werden. Der erste Schluck soll dem Großen Pausengeist geweiht werden, der zweite der eigenen Seele, und alle weiteren der Gemeinschaft der Gläubigen.“
Die Fünfte Säule: Die Meditation der Verdauung „Nach dem Mahl soll der Gläubige nicht sofort zur Arbeit zurückkehren, sondern einige Minuten in stiller Meditation verbringen. In dieser Zeit soll er über die Segnungen des Lebens nachdenken und dem Großen Pausengeist für die empfangene Nahrung danken. Diese Meditation der Verdauung ist essentiell für das spirituelle Wachstum.“

Kapitel IV: Die ersten Wunder und die Ausbreitung des Glaubens
Schon bald nach der Gründung des Ordens begannen sich wundersame Ereignisse zu häufen. Brunhilde Suppenkasper berichtete, dass ihre chronischen Kopfschmerzen verschwanden, nachdem sie begonnen hatte, ihre Mittagspause nach den heiligen Lehren zu gestalten. Günther Kaffeefilter entdeckte, dass der Kaffee, den er nach dem Ritual der Kaffeeweihe zubereitete, einen außergewöhnlich köstlichen Geschmack entwickelte. Und Kevin Pausenbrot stellte fest, dass seine Noten sich verbesserten, seit er seine Lernpausen nach den Prinzipien der Mittagspause gestaltete.
Diese Wunder sprachen sich schnell herum, und bald klopften weitere Suchende an die Türen des Pausenraums. Da war Ingrid Thermoskanne aus der Personalabteilung, die seit Jahren unter Burnout litt und in der heiligen Mittagspause Heilung suchte. Oder Rolf Butterbrot aus dem Vertrieb, ein gestresster Manager, der erkannte, dass wahre Führungsstärke nur durch die regelmäßige Einhaltung der Mittagspause erreicht werden konnte.
Besonders bemerkenswert war die Bekehrung von Dr. Wilhelmine Suppentopf, einer Ernährungswissenschaftlerin, die zunächst skeptisch war, aber nach eingehender Prüfung der Lehren des Ordens zu dem Schluss kam, dass diese durchaus wissenschaftlich fundiert seien. Sie brachte wertvolles Wissen über die physiologischen Aspekte der Nahrungsaufnahme mit und wurde zur ersten Hohen Priesterin der Verdauung ernannt.
Kapitel V: Die große Prüfung und die Verfolgung durch die Arbeitgeber
Doch nicht alle waren erfreut über die wachsende Bewegung. Die Geschäftsführung von „Müller & Söhne GmbH“ beobachtete mit wachsender Sorge, wie ihre Angestellten immer mehr Zeit für ihre Mittagspausen aufwendeten und dabei auch noch ein seltsames Ritual zu praktizieren schienen. Herr Müller junior, ein Mann ohne jedes Verständnis für spirituelle Belange, berief eine Krisensitzung ein.
„Das geht zu weit!“, donnerte er. „Diese Pausensekte untergräbt die Arbeitsproduktivität! Maximilian von Pausenstein und seine Anhänger verbringen mittlerweile anderthalb Stunden mit ihrer sogenannten Mittagspause. Das ist betriebswirtschaftlicher Wahnsinn!“
So kam es, dass der Orden seine erste große Prüfung bestehen musste. Herr Müller junior erließ ein Dekret, das die Mittagspause auf maximal dreißig Minuten beschränkte und jegliche „religiöse Aktivitäten“ während der Arbeitszeit untersagte. Doch die Gläubigen ließen sich nicht beirren. Sie trafen sich fortan heimlich im Keller des Gebäudes, in einem alten Abstellraum, den sie liebevoll „Die Krypta der ewigen Mittagspause“ nannten.
Diese Zeit der Verfolgung stärkte nur den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Maximilian von Pausenstein sprach zu seinen Jüngern: „Seht, wie die Ungläubigen uns verfolgen! Doch dies ist nur ein Zeichen dafür, dass unsere Lehre wahr und mächtig ist. Denn würde der Große Pausengeist nicht in uns wirken, warum sollten sie uns dann fürchten?“
Kapitel VI: Die große Befreiung und die Ausbreitung des Ordens
Die Wende kam, als sich ein unerwarteter Verbündeter offenbarte: Frau Dr. Sabine Mittagsschlaf, eine renommierte Arbeitspsychologin, die von den Gerüchten über den geheimnisvollen Pausenkult gehört hatte. Neugierig geworden, infiltrierte sie die Krypta der ewigen Mittagspause und war sofort von der Weisheit der Lehren überzeugt.
„Meine Herren“, sprach sie zu Herrn Müller junior und seinem Vorstand, „was Sie hier als Sektiererei abtun, ist in Wahrheit die Zukunft der Arbeitswelt! Diese Menschen haben intuitiv erkannt, was die moderne Wissenschaft längst bewiesen hat: Regelmäßige, bewusst gestaltete Pausen steigern die Produktivität, reduzieren Stress und fördern die Kreativität. Sie sollten diesen Maximilian von Pausenstein nicht verfolgen, sondern zum Betriebsberater ernennen!“
Diese Worte einer anerkannten Expertin verfehlten ihre Wirkung nicht. Herr Müller junior, der stets ein Auge für profitable Innovationen hatte, erkannte plötzlich das Potenzial der Pausenbewegung. In einer dramatischen Kehrtwende hob er nicht nur das Pausenverbot auf, sondern ernannte Maximilian von Pausenstein zum ersten „Chief Lunch Officer“ der Firmengeschichte.
Kapitel VII: Die Prophezeiung der weltweiten Mittagspause
Mit der offiziellen Anerkennung begann die goldene Ära des Ordens der immerwährenden Mittagspause. Maximilian von Pausenstein erhielt weitere Visionen, in denen ihm der Große Pausengeist die Zukunft der Menschheit offenbarte:
„Siehe, mein treuer Diener“, sprach die göttliche Stimme, „dies ist erst der Anfang. Von diesem kleinen Büro in Mittelhessen wird sich die Lehre der heiligen Mittagspause über die ganze Welt ausbreiten. Es wird eine Zeit kommen, da alle Menschen, von den Managern in den Wolkenkratzern bis zu den Arbeitern in den Fabriken, die wahre Bedeutung der Mittagspause erkennen werden.“
„In jener Zeit werden die Kriege aufhören, denn wer kann schon kämpfen, wenn er gerade seine Mittagspause macht? Die Umweltzerstörung wird enden, denn bewusste Menschen, die ihre Nahrung in Dankbarkeit zu sich nehmen, werden auch bewusst mit der Natur umgehen. Und die sozialen Ungerechtigkeiten werden verschwinden, denn in der Mittagspause sind alle Menschen gleich – ob Vorstand oder Praktikant, alle sitzen sie am selben Tisch und teilen das heilige Pausenbrot.“
Diese Prophezeiung wurde sorgfältig niedergeschrieben und bildet bis heute das Herzstück der Ordenslehre. Sie verheißt das kommende „Goldene Zeitalter der universellen Mittagspause“, in dem die ganze Menschheit zur selben Zeit ihre Arbeit ruhen lässt und sich der Kontemplation über Butterbroten hingibt.
Kapitel VIII: Die heiligen Mysterien und Initiationsriten
Mit der wachsenden Anhängerschaft entwickelte der Orden ein komplexes System von Mysterien und Initiationsriten. Neue Mitglieder mussten zunächst die „Prüfung des bewussten Kauens“ bestehen, bei der sie ein einfaches Butterbrot so langsam essen mussten, dass jeder Bissen mindestens eine Minute dauerte. Nur wer diese Grundübung der Achtsamkeit meisterte, durfte zu den höheren Weihen aufsteigen.
Die nächste Stufe war die „Initiation der Thermoskannen-Meditation“, bei der die Novizen lernen mussten, durch das bloße Betrachten einer Thermoskanne in einen Zustand tiefer spiritueller Versenkung zu gelangen. Besonders begabte Schüler konnten dabei sogar Visionen empfangen, in denen ihnen der Große Pausengeist persönlich erschien.
Die höchste Weihe war die „Große Erleuchtung des Mittagsschlafs“, die nur wenigen Auserwählten zuteil wurde. Diese Meister der Mittagspause konnten nach dem Essen in einen Zustand der vollkommenen Entspannung eintreten, der äußerlich wie gewöhnlicher Schlaf aussah, in Wahrheit aber eine Form der mystischen Vereinigung mit dem Großen Pausengeist darstellte.
Epilog: Das Vermächtnis des Maximilian von Pausenstein
Heute, viele Jahre nach der ersten Offenbarung im Pausenraum der Firma „Müller & Söhne GmbH“, ist der Orden der immerwährenden Mittagspause zu einer weltweiten Bewegung angewachsen. In über 47 Ländern gibt es mittlerweile Ordensniederlassungen, und die Zahl der Gläubigen wächst täglich.
Maximilian von Pausenstein selbst, mittlerweile ein ehrwürdiger Mann von 37 Jahren, leitet den Orden von der Zentrale in Bad Mittagspausen aus, einem kleinen Kurort, den die Gemeinde eigens für diesen Zweck erworben hat. Dort steht auch der Heilige Pausenraum, eine exakte Nachbildung jenes legendären Kantinenzimmers, in dem alles begann.
Die Lehren des Ordens haben sich über die Jahre weiterentwickelt und verfeinert. Es gibt mittlerweile 347 verschiedene Pausenbrot-Rezepte, die alle als heilig gelten, 23 verschiedene Kaffeezubereitungsrituale und ein umfangreiches Regelwerk für die korrekte Durchführung der Mittagspause in verschiedenen kulturellen Kontexten.
Doch trotz aller Komplexität ist die Grundbotschaft des Ordens einfach geblieben: In einer Welt voller Hektik und Stress ist die Mittagspause ein heiliger Moment der Ruhe und Besinnung. Wer lernt, seine Mittagspause bewusst zu gestalten, findet nicht nur zu sich selbst, sondern trägt auch bei zum großen Werk des Weltfriedens durch universelle Pausenkultur.
So endet die wundersame Geschichte der Gründung des Ordens der immerwährenden Mittagspause. Doch in Wahrheit ist es kein Ende, sondern ein Anfang. Denn jeden Tag, zur zwölften Stunde, wenn die Gläubigen in aller Welt ihre Pausenbrote auspacken und ihre Thermoskannen öffnen, lebt der Geist des Maximilian von Pausenstein weiter.
Und wer weiß? Vielleicht bist auch du, lieber Leser, dazu berufen, die frohe Botschaft der heiligen Mittagspause zu verkünden. Achte auf die Zeichen: Wenn dein Butterbrot plötzlich besonders köstlich schmeckt, wenn der Kaffee aus der Büromaschine ungewöhnlich aromatisch duftet, oder wenn du während der Mittagspause ein Gefühl tiefen Friedens verspürst – dann könnte es sein, dass der Große Pausengeist auch zu dir spricht.
In nomine Pausis, et Butterbrotis, et Spiritus Kaffeensis. Amen.
Nachwort des Verfassers:
Dieser Gründungsmythos wurde nach intensivem Studium der überlieferten Ordensdokumente und zahlreichen Gesprächen mit Zeitzeugen rekonstruiert. Alle Namen wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert, mit Ausnahme des Großen Pausengeistes, der ausdrücklich um namentliche Erwähnung gebeten hat.
Die Firma „Müller & Söhne GmbH“ existiert übrigens noch heute und ist stolz darauf, der Geburtsort einer der bedeutendsten spirituellen Bewegungen des 21. Jahrhunderts zu sein. Sie bietet mittlerweile sogar Pilgerreisen zu dem historischen Pausenraum an.
Möge der Große Pausengeist mit euch sein – besonders zur Mittagszeit.

Satirische Highlights
🎭 Beste parodistische Passage
„Siehe, mein treuer Diener, dies ist erst der Anfang. Von diesem kleinen Büro in Mittelhessen wird sich die Lehre der heiligen Mittagspause über die ganze Welt ausbreiten.“
🌟 Zentrale satirische Erkenntnis
„In jener Zeit werden die Kriege aufhören, denn wer kann schon kämpfen, wenn er gerade seine Mittagspause macht?“
📖 Höhepunkt der Überhöhung
„Das Brot, das zur Mittagszeit gegessen wird, ist nicht gewöhnliches Brot, sondern heiliges Pausenbrot, gesegnet vom Großen Pausengeist.“
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Was diese Satire demonstriert
„Orden der Mittagspause“ zeigt meine Fähigkeit, gesellschaftliche Phänomene durch humorvolle Überhöhung zu kommentieren und dabei literarische Eleganz mit satirischer Schärfe zu verbinden.
Kreative Kernkompetenzen
•Genre-Parodie: Stilistische Imitation mit humorvollem Twist
•Sozialer Kommentar: Zeitkritik in unterhaltsamer Form
•Kreative Überhöhung: Alltägliches ins Absurde transformieren
•Humorbasiertes Storytelling: Unterhaltung mit Tiefgang


